Brockenbahn
Zu den Hauptattraktionen im Harz zählt ohne Zweifel die Harzer Schmalspurbahn (Harzquerbahn), und zwar sowohl für technisch Interessierte, als auch für Nostalgiker und Naturfreunde. Die Bahn mit einem Meter Spurbreite begeistert alljährlich zahllose Besucher mit ihren häufig eingesetzten Dampfloks und den alten, aber schön restaurierten Waggons.
Mit dem insgesamt 140 km langen Streckennetz unterhält die Harzer Schmalspurbahnen GmbH die längste Linienführung mit Dampfloks in ganz Europa. Es gibt insgesamt drei Strecken: die Harzquerbahn, die Selketalbahn und die Brockenbahn, wobei die Anfangsbuchstaben dieser drei Linien (HSB) die Kurzform des Namens der Gesellschaft bilden.
Sie entstand übrigens erst 1993 aus zwei getrennten Organisationen und wurde in den Folgejahren noch ausgebaut. Sitz der HSB ist Wernigerode, wo sich auch die Werkstätten befinden, und wo die gesamte Einsatzplanung abläuft.
Die bekannteste Strecke ist zweifellos die Brockenbahn. Dies umso mehr, als der Brocken selbst eine ungeheure Anziehungskraft auf jeden Harzbesucher ausübt, und die Brockenbahn eine bequeme und dabei beschauliche Auffahrt ermöglicht. Die insgesamt 18,9 Kilometer lange Streckenführung scheint genau den Wünschen der Passagiere angepasst zu sein: Vom Bahnhof Drei Annen Hohne aus geht es über Schierke bis hinauf zum Bahnhof Brocken, der auf 1.125 m Höhe liegt und damit zu den höchsten Deutschlands zählt. Auf ihrem Weg hinauf umrunden die Gleise das Bergmassiv 1 ½mal in einer Spirale, was immer wieder neue und interessante Ausblicke ins Tal hinab erlaubt.
Die Brockenbahn existiert bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Zunächst verkehrten lediglich zwei Züge täglich, und das auch nur in den Sommermonaten. Während der DDR-Zeit, als der Brocken militärisches Sperrgebiet war, endete die Fahrt mit der Brockenbahn für Normalbürger bereits in Schierke, allerdings gab es verschiedentlich Güterzüge, die Baumaterialien und Ausrüstung zu den oben stationierten Truppen brachten. Inzwischen gibt es in den Sommermonaten elf Zugpaare zum und vom Bahnhof Brocken; im Winter sind es sechs.
Die längste Streckenführung hat die Harzquerbahn mit insgesamt 60,5 Kilometern. Sie verkehrt zwischen Nordhausen in Thüringen und Wernigerode in Sachsen-Anhalt. Auch diese Linie entstand im ausgehenden 19. Jahrhundert; allerdings stellte man nach dem zweiten Weltkrieg den Betrieb zwischen Sorge und Brunnenbachsmühle ein, da die innerdeutsche Grenze die Streckenführung kreuzte. Zum Glück sind diese Widrigkeiten längst vergessen, und die Besucher können sich an der beschaulichen Fahrt durch zauberhafte Regionen erfreuen.
Ebenfalls aus dem späten 19. jahrhundert, aber bereits aus den 80er Jahren, stammen die Anfänge der Selketalbahn. Den Anfang machte die Strecke Gernrode – Mägdesprung. Beim Bau entschied man sich für die schmale Spurbreite von einem Meter, weil dies finanziell günstiger war und der Gleisbau überdies der schwierigen Geländeform leichter anzupassen war. Inzwischen führt die Strecke von Quedlinburg über Harzgerode, Alexisbad und Stiege bis nach Eisfelder Talmühle. Der Name entstand dadurch, dass die Bahnlinie längere zeit neben dem gleichnamigen Fluss entlangführt.
Die Selketalbahn verläuft durch eine besonders reizvolle und abwechslungsreiche Landschaft. Sie weist mit 40% die höchste Neigung auf. Da die Bahn zwar planmäßig fährt, aber längst nicht so stark frequentiert ist wie die beiden anderen Linien, kommen als Dampfloks hier ausschließlich Einzelstücke zum Einsatz.
Wer den Harz besucht, sollte auch eine Fahrt auf einer der Strecken der Harzer Schmalspurbahnen einplanen. Es gibt sogar Speisewägen, in denen man sich beim Betrachten der schönen Landschaft auch noch kulinarisch verwöhnen lassen kann.
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