Krummelsches Haus in Wernigerode
Das Krummelsche Haus in Wernigerode ist nach seinem Erbauer benannt, dem Kornhändler Heinrich Krummel, der es im Jahr 1674 errichten ließ. In jüngster Zeit konnte es umfassend restauriert werden und zeigt den staunenden Besuchern seine ungewöhnliche Front: Das ursprüngliche Fachwerk ist nicht etwa bunt gestaltet und reich verziert, wie es bei den meisten Wernigeröder Häusern der Fall ist, sondern komplett mit Holz vertäfelt.
Darauf sind viele allegorische Darstellungen zu finden, die man nach Kupferstichen schnitzte. Dieser enorme Zeitaufwand und die hohe künstlerische Darstellungsweise sind aus heutiger Sicht für ein gewöhnliches Wohnhaus schier unvorstellbar. Die Reliefs haben etwa das Thema Amerika (dort sitzt eine nackte Frau auf einem Krokodil) oder Africa mit einer Frau auf einem Nilpferd. Diese beiden Themen entsprechen dem Interesse an fremden Kontinenten, das im 17. Jahrhundert erwachte.
Aber es gibt auch allgemeine Sinnsprüche, die auf Gottes Gnade oder auch die Gerechtigkeit als solche verweisen.
Heute beherbergt das Krummelsche Haus im Zentrum von Wernigerode ein gemütliches und sehr ansprechendes Café-Bistro.





