Kaiserturm in Wernigerode
In Deutschland gibt es zahllose Kaisertürme; man hat sie bis zum 1. Weltkrieg zu Ehren der drei Kaiser Wilhelm I, Friedrich III. und Wilhelm II. errichtet. Dabei handelt es sich nicht etwa um Burgen oder Festungen, sondern es entstand lediglich ein recht imposanter Turm, und zwar meist an exponierter Stelle.
So gibt es auch südlich von Wernigerode einen Kaiserturm. Er befindet sich auf dem Armeleuteberg, der seinen Namen durch ein Hospital bekommen hat, das dort seit Mitte des 15. Jahrhunderts der Behandlung bzw. dem Sterben vorwiegend Leprakranker diente. Hier fanden nur die ganz Armen und Mittellosen Aufnahme – daher hat sich später im Volksmund dieser ungewöhnliche Name eingebürgert.
Der Armeleuteberg ist 478 m hoch. Und darauf errichtete man 1902 den wiederum 12 m hohen Kaiserturm. Er ist ein Geschenk des Wernigeröder Kaufmanns Edmund Lührmann. Der Turm besteht aus Harzer Granit und ist ein insgesamt eindrucksvolles Bauwerk. Am oberen Rand befinden sich zinnenförmige, rechteckige Aussparungen, die sich oberhalb des rund gebogenen Eingangs wiederholen.
Den Kaiserturm kann man auch ersteigen. Von oben hat man einen herrlichen Ausblick über das nördliche Harzvorland, auf Wernigerode selbst und bis hinüber zum Brocken. Auf dem Armeleuteberg gibt es zudem das gleichnamige Waldgasthaus. In seiner heutigen Form mit einem urgemütlichen Restaurant und einer traumhaften Terrasse besteht es seit der Wende.





